Kommunikationsstrategin. Klarheitsstifterin

Marken reden wie Menschen. Aber handeln sie auch so?

Was Markenkommunikation von zwischenmenschlicher Kommunikation lernen kann


Wenn Werte nicht reichen

Zuletzt in meiner Arbeit:

Ein Unternehmen positioniert sich klar über Werte: Verantwortung. Gemeinsamkeit. Nachhaltiges Handeln. Auf der Website wird wirtschaftlicher Erfolg als gemeinsamer Erfolg beschrieben. Mitarbeitende gelten als Teil eines starken Fundaments. Die Botschaft ist eindeutig: Hier zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Miteinander.

In Gesprächen mit Mitarbeitenden höre ich andere Sätze:

  • „Wir erfahren vieles erst, wenn es längst entschieden ist.“
  • „Man sagt uns, wir seien wichtig und gleichzeitig wissen wir nicht, wo wir stehen.“
  • „Werte ja. Aber was heißt das konkret für uns, wir haben die nur mal auf der Website entdeckt?“

In Meetings werden Entscheidungen verkündet. Fragen sind erlaubt, doch der größere Zusammenhang bleibt oft unklar. Warum gerade jetzt? Welche Alternativen gab es? Was bedeutet das für die einzelnen Teams?

Wertschätzung wird betont, doch im Alltag fehlt die Erklärung, warum etwas entschieden wurde. Fragen bleiben im Raum stehen. Zwischen wirtschaftlichen Zielen und formulierten Werten entsteht eine leise Spannung.

Nach außen: Werteorientierung. Nach innen: Orientierungsbedarf.

Solche Spannungen sind kein Einzelfall. Sie zeigen ein Muster: Beziehungsebene schlägt Botschaft.


Worte brauchen Konsistenz

In der zwischenmenschlichen Kommunikation wissen wir längst: Es zählt nicht nur, was gesagt wird, sondern wie es erlebt wird.

Worte wie „Vertrauen“, „Gemeinsamkeit“ oder „Verantwortung“ entfalten nur dann Wirkung, wenn sie sich im Verhalten spiegeln. Sobald Worte und Erfahrung auseinanderfallen, entsteht Irritation. Vertrauen entsteht nicht durch Begriffe, sondern durch Konsistenz.

Bei Marken ist es nicht anders. Eine Marke kann Werte formulieren. Aber sie muss sie auch strukturell ermöglichen. Sonst bleibt Kommunikation nur eine Behauptung.


Marken sind Beziehungsangebote

Markenkommunikation wird oft als Stilfrage behandelt. Tonalität, Design, Storytelling. Doch im Kern ist sie Beziehungsarbeit. Zwischen Menschen entsteht Vertrauen durch Verlässlichkeit und nachvollziehbare Entscheidungen.

Für Marken gilt dasselbe: Eine Organisation, die „Augenhöhe“ kommuniziert, aber Hierarchien verschleiert, sendet widersprüchliche Signale. Eine Marke, die „Agilität“ verspricht, aber intern jede Entscheidung verzögert, verliert an Glaubwürdigkeit.

Tun vor „Texten“

Die zwischenmenschliche Kommunikation lehrt uns: Technik ersetzt keine Integrität. Man kann wertschätzend formulieren und dennoch nicht zuhören. Man kann Transparenz betonen und dennoch Informationen zurückhalten.

Markenkommunikation funktioniert genauso. Worte tragen nur, wenn die innere Klarheit stimmt. Wenn Rollen, Entscheidungslogik und Werte tatsächlich gelebt werden, wird Kommunikation stabil. Fehlt diese Integrität, versucht man oft, das Problem mit noch mehr Kommunikation zu lösen: Mehr Erklärungen. Mehr Leitbilder. Mehr Kampagnen. Doch man kann eine strukturelle Dysfunktion nicht weg-kommunizieren.


Wer innen das Fundament baut, muß außen nicht schreien 

Was zwischen Menschen gilt, gilt auch für Organisationen: Die Beziehungsebene gewinnt immer gegen den reinen Inhalt. Strategische Kommunikation beginnt deshalb nicht beim Texten, sondern beim Bauen:

Wenn die Rollen klar sind, Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden und Werte im Alltag ein Zuhause haben, entsteht ein stabiles Fundament. Auf diesem Boden trägt sich die Botschaft fast von selbst nach außen. Man muss dann nichts mehr „erfinden“ oder mühsam erklären – die Kommunikation wird zum sichtbaren Ergebnis einer funktionierenden Struktur.

Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Worte und Wirklichkeit nahtlos ineinandergreifen. Genau dort beginnt echte Markenarbeit.

Lust auf einen Realitäts-Check? Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre interne Struktur und Ihre äußere Kommunikation wirklich zusammenpassen, lassen Sie uns einen Check-up machen. Wir finden heraus, wo die Brüche liegen und wie Ihre Botschaft wieder ein echtes Fundament bekommt.

Aus Überzeugung: Klare Kommunikation, starke Kultur.

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