Kommunikationsstrategin. Klarheitsstifterin

Grundlagen der Kommunikation: Was zwischen Menschen wirklich passiert


Warum Kommunikation mehr ist als Informationsaustausch

Wir leben im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Texte entstehen in Sekunden. Prozesse werden automatisiert. Entscheidungen lassen sich datenbasiert vorbereiten.

Gleichzeitig rückt mehr denn je der Mensch in den Vordergrund. Und mit ihm die Art, wie Menschen miteinander umgehen, sich abstimmen, verstehen oder aneinander vorbeireden.

Je mehr Technologie übernimmt, desto deutlicher zeigt sich, was sie nicht leisten kann: zwischenmenschliche Kommunikation. Vertrauen aufbauen. Konflikte klären. Bedeutung herstellen. Also nicht nur als Austausch von Informationen, sondern als bewusster Prozess, der Wirkung hat.

Kommunikation wird dabei oft als selbstverständlich betrachtet. Als etwas, das „einfach passiert“.
Tatsächlich ist sie komplex, vielschichtig und anfällig für Missverständnisse. Denn Kommunikation ist nie neutral. Sie ordnet ein, setzt Schwerpunkte, schafft Orientierung oder Verwirrung. Genau darin liegt ihre strategische Dimension.

Wer kommuniziert, trifft Entscheidungen.
Über Inhalte, Ton, Zeitpunkt und Kontext. Über das, was gesagt wird und das, was unausgesprochen bleibt.

Dieser Beitrag widmet sich den Grundlagen der Kommunikation. Nicht Methoden, nicht Tipps, sondern dem Kern der Frage:


Was ist Kommunikation

Kommunikation findet immer dann statt, wenn zwei oder mehrere Menschen miteinander in Beziehung treten. Nicht erst durch Worte, sondern durch jedes Verhalten, das wahrgenommen und gedeutet wird.

Der Begriff Kommunikation stammt vom lateinischen communicare bzw. communicatio ab. Er bedeutet teilen, gemeinsam machen, sich mitteilen. Wer kommuniziert, gibt also nicht nur Informationen weiter, sondern macht etwas für andere zugänglich: Gedanken, Haltungen, Absichten.

Eine zentrale Voraussetzung für Kommunikation ist Verstehen.
Ohne ein Mindestmaß an gemeinsamem Verständnis kann kein Austausch gelingen.

Auf den ersten Blick wirkt das einfach. Tatsächlich ist es das nicht.

Menschen unterscheiden sich in Erfahrungen, Erwartungen, Deutungsmustern und emotionalen Reaktionen. Genau hier entstehen Missverständnisse. Nicht, weil schlecht kommuniziert wird, sondern weil Kommunikation immer durch individuelle Wahrnehmung gefiltert wird.

Kommunikation spielt in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens eine zentrale Rolle: im Alltag, in Beziehungen, im Berufsleben, in Organisationen, in Politik und Gesellschaft.

Wer versteht, wie Kommunikation funktioniert und warum sie scheitern kann, gewinnt Handlungsspielraum. Dieses Wissen lässt sich auf konkrete Situationen anwenden: auf Konflikte, Entscheidungsprozesse, Zusammenarbeit und Führung.

Kommunikation ist damit kein Randthema. Sie ist Grundlage dafür, wie Menschen miteinander umgehen, wie gemeinsame Wirklichkeit entsteht und damit auch Identifikation.


Warum wir Kommunikation oft falsch einschätzen

Unser heutiges Verständnis von Kommunikation ist historisch gewachsen. Und genau das macht es widersprüchlich.

Lange Zeit galt Kommunikation vor allem als Übertragung:
Eine Person sendet eine Botschaft, eine andere empfängt sie. Wenn es hakt, liegt ein Fehler vor.

Später rückte die Wirkung in den Fokus. Nicht nur das Gesagte zählt, sondern das, was es auslöst: Emotionen, Reaktionen, Beziehung.

Heute wissen wir: Kommunikation ist mehr als beides. Sie ist kein linearer Vorgang, sondern ein dynamischer Prozess, der sich im Zusammenspiel von Menschen, Kontext und Erwartungen entfaltet.

Die Herausforderung:
In der Praxis handeln wir oft noch nach alten Annahmen.
Wir setzen voraus, dass Verstehen selbstverständlich ist – und wundern uns, wenn es scheitert.


Warum Verstehen nicht selbstverständlich ist

Verstehen scheitert selten an mangelnder Intelligenz. Es scheitert an unterschiedlicher Wahrnehmung. Menschen nehmen die gleiche Situation nicht gleich wahr. Sie sehen dasselbe und meinen etwas anderes.

Ein einfaches Beispiel:
Drei Personen sitzen in einem Meeting. Eine sagt nichts.

Die eine denkt: konzentriert, hört zu.
Die andere denkt: ablehnend, nicht interessiert.

Beide Deutungen entstehen aus derselben Beobachtung. Keine davon ist objektiv richtig.  Genau hier beginnt das Missverständnis.

Wahrnehmung ist kein neutrales Abbild der Realität. Sie ist immer gefiltert: Durch Erfahrungen. Durch Erziehung. Durch Beziehungsmuster. Durch frühere Konflikte, Erfolge, Verletzungen.

Was jemand hört, sieht oder zwischen den Zeilen liest, hat oft weniger mit der aktuellen Situation zu tun als mit dem eigenen inneren Referenzrahmen.

Deshalb bedeutet Kommunikation nicht nur, etwas klar zu formulieren.
Sie bedeutet auch, zu verstehen, wie unterschiedlich Menschen Wirklichkeit konstruieren. Wer das übersieht, erwartet Einigkeit, wo Vielfalt wirkt. Und wundert sich über Reaktionen, die scheinbar „nicht passen“. Verstehen ist deshalb kein Automatismus.

Es ist ein Prozess.


Wie Erfahrungen und Erziehung Kommunikationsmuster prägen

Niemand beginnt neutral zu kommunizieren. Kommunikation wird gelernt – früh und oft unbewusst: In der Familie. In der Schule.
Durch Vorbilder, Regeln und unausgesprochene Erwartungen.

Manche lernen:
Reden hilft. Fragen sind erlaubt. Widerspruch ist okay.

Andere lernen:
Schweigen schützt. Anpassung vermeidet Konflikte. Klarheit ist riskant.

Diese Erfahrungen prägen, wie Menschen sprechen, aber vor allem, wie sie zuhören. Ob sie zwischen den Zeilen Bedrohung oder Interesse vermuten. Ob sie Klarheit als Entlastung oder als Angriff empfinden.

Kommunikationsmuster entstehen nicht aus einzelnen Situationen.
Sie entstehen aus Wiederholung.

Deshalb reagieren Menschen oft nicht auf das Gesagte,
sondern auf das, was es für sie bedeutet, geprägt durch frühere Erfahrungen.

Wer Kommunikation verstehen will, muss diese Prägungen mitdenken.
Nicht bewerten. Aber einordnen.


Warum Kommunikation meist Beziehung ist und selten nur Inhalt

Kommunikation findet nicht im luftleeren Raum statt.
Sie geschieht immer zwischen Menschen und damit in Beziehung. Selbst dort, wo es sachlich wirkt: In Meetings. In E-Mails. In Entscheidungen.

In jeder Kommunikation schwingt mit:
Wer spricht hier mit wem? Auf welcher Ebene? Mit welcher Erwartung?

Ein identischer Satz kann je nach Beziehung völlig unterschiedlich wirken. Er kann motivieren oder verunsichern. Klärung schaffen oder Widerstand auslösen.

Und Was im zwischenmenschlichen Kontext gilt, lässt sich auch auf Organisationen übertragen. Unternehmen, Teams und Marken kommunizieren, ob sie es wollen oder nicht.

Auch hier wirken Beziehung, Wahrnehmung und Interpretation.
Der Unterschied: Die Wirkung entsteht nicht in einem einzelnen Gespräch, sondern über viele Kontaktpunkte hinweg.

Strategische Einordnung für Entscheider:innen

Für Führungskräfte und Entscheider:innen bedeutet das: Kommunikation ist keine operative Aufgabe, die delegiert werden kann. Sie ist Teil der unternehmerischen Verantwortung.  Wie gesprochen wird, wie Entscheidungen eingeordnet werden und wie mit Unklarheit umgegangen wird, prägt Kultur, Zusammenarbeit und strategische Wirksamkeit. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Kommunikation und Strategie setze ich in meiner Arbeit an: dort, wo Orientierung fehlt und Kommunikation Wirkung verlieren kann.


Warum Kommunikationstheorien Orientierung geben

Zentrale Kommunikationsmodelle haben eines gemeinsam:
Sie machen sichtbar, warum Kommunikation selten so eindeutig ist, wie wir glauben.

Paul Watzlawick
zeigt, dass Kommunikation nicht nur aus Worten besteht.
Man kann nicht nicht kommunizieren.
Jede Mitteilung hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt – und der Beziehungsaspekt bestimmt, wie Inhalte verstanden werden. Missverständnisse sind damit kein Zufall, sondern strukturell angelegt.

Friedemann Schulz von Thun
macht mit dem Vier-Seiten-Modell deutlich, dass jede Nachricht auf mehreren Ebenen gehört werden kann:
Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell.
Welche „Seite“ beim Gegenüber anspringt, entscheidet oft über Verlauf und Eskalation eines Gesprächs

Ein kurzer Selbsttest auf Basis des Vier-Seiten-Modells kann eine erste Orientierung geben, welche Wahrnehmungsebene beim eigenen Hören tendenziell stärker ausgeprägt ist. Hier den Vier-Ohren Test durchführen. 

Das Eisbergmodell
verdeutlicht, dass nur ein kleiner Teil von Kommunikation sichtbar ist.
Der größere Teil wirkt unter der Oberfläche: Gefühle, Erfahrungen, Erwartungen, Bewertungen.
Was gesagt wird, ist oft weniger entscheidend als das, was mitschwingt.

Marshall Rosenberg
legt den Fokus auf Bedürfnisse und Verantwortung.
Sein Ansatz der gewaltfreien Kommunikation trennt Beobachtung von Bewertung und zeigt, wie Konflikte entstehen, wenn Gefühle und Bedürfnisse unausgesprochen bleiben.

Diese Modelle erklären nicht, wie man richtig spricht. Sie erklären, warum Kommunikation so leicht kippt. Und genau darin liegt ihr Wert.

Wer diese Modelle kennt, hört anders zu.
Reagiert bewusster. Und erkennt schneller, worum es eigentlich geht.

Kommunikation wird dadurch nicht perfekt. Aber sie wird reflektierter.

Selbstreflexion ist kein Zusatz. Sie ist Voraussetzung.

Ohne sie bleiben Theorien abstrakt. Mit ihr werden sie wirksam.


Ausblick

Die Grundlagen der Kommunikation enden nicht beim Gespräch.
Sie wirken dort, wo Menschen gemeinsam arbeiten, entscheiden und Orientierung suchen.

In Organisationen, Teams und Unternehmen wird Kommunikation zur strategischen Größe. Nicht als einzelne Maßnahme, sondern als etwas, das sich über Zeit zeigt: in Strukturen, im Informationsfluss, in Erwartungshaltungen und im Umgang mit Konflikten.

Wer Kommunikation strategisch denken will, braucht deshalb zunächst Orientierung. Nicht darüber, was gesagt werden sollte, sondern darüber,
wie Kommunikation aktuell wirkt – bereichsübergreifend und im Alltag.

Wer sich eine erste Orientierung zur eigenen Kommunikationssituation im Unternehmen holen möchte, kann dies über meinen Kommunikations-Check tun. Jetzt den Test starten. 

Aus Überzeugung: Klare Kommunikation, starke Kultur.

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